Pressemitteilung Sölring Forum werten behualen – Werte erhalten „Der Künstler und sein Zauberkasten“

Dienstag, 14. Juli 2026, 18 Uhr, Sylt Museum

„Ein herausragendes Kunstwerk für das Sylt Museum“

Warum das Gemälde „Badestrand auf Sylt“ (1904) der bedeutenden Künstlerin Tina Blau restauriert werden sollte


Die Geschichte der Insel Sylt ist ab Mitte des 19.Jahrhunderts auch Teil der internationalen Kunstgeschichte. Es war die Zeit, in der viele Künstler für sich die Freiluft-Malerei entdeckten, bei der die Staffelei in der freien Natur steht und das Bild als Momentaufnahme entsteht. Gesucht wurden Orte, an denen das wechselhafte Spiel von Licht, Farben und Landschaft besonders vielseitig erschien. Eine Insel wie Sylt mit ihren geologischen Besonderheiten und vor allem mit dem sie umgegebenen kraftvollen Meer, dem weiten Horizont und vielschichtigen Lichtfarben zog viele Künstlerinnen und Künstler auf die Insel. Eine von ihnen war die Wiener Malerin Tina Blau-Lange (1845 – 1916). Sie gilt bis heute als eine der wichtigsten Vertreterin des „Stimmungs-Impressionismus“ und ist in vielen großen Museen mit ihren Arbeiten vertreten.
Erst kürzlich wurden ihre Arbeiten auf internationalen Auktionen in Wien und New York für sechsstellige Summen versteigert. „Für uns ist es deshalb ein großes Glück, dass wir über eine Schenkung der FMP-Stiftung ein zwar kleines, aber sehr stimmungsvolles und von großer künstlerischer Eigenständigkeit bestimmtes Sylt-Gemälde von Tina Blau ins Museum bekommen haben“, erzählt der Museumsdirektor, Alexander Römer. Allein der Zustand des wertvollen Gemäldes ist nicht optimal. Das berichtete Römer bei der neuen Talk- und Begegnungsrunde der Sölring Foriining, dem Sölring Forum, bei dem es grundsätzlich um das Thema „Werte erhalten“ geht. Moderiert wird das Forum vom Kulturjournalisten Michael Stitz, der unter dem Motto „Der Zauberkasten des Restaurators. Von der Kunst, Kunst zu erhalten“ mit dem international renommierten Restaurator Shandor Hayde und Alexander Römer das Gemälde „Badestrand auf Sylt“ von Tina Blau aus dem Jahr 1904 ausloten wollte, um zu erfahren wie wichtig dieses Bild für die Sammlung des Sylt Museums ist und wie sehr es in seinem jetzigen Zustand „ausgestellungswürdig“ ist.
Die gut besuchte Veranstaltung machte zum einen deutlich, mit welcher außerordentlichen Expertise Shandor Hayde, der für bedeutende europäische Kunstsammlung maßgeblich deren von Ankaufpolitik über Restaurierung bis Präsentation mit bestimmt, sich einem Werk, seinem Zustand, seiner kunsthistorischen Bedeutung, zum anderen aber auch seiner malerischen Kraft und Sinnlichkeit nähert. Zugleich erkennt er die „Bedrohungen“, denen ein Kunstwerk durch fehlerhafte Lagerung, frühere, schädliche Restaurierungen und nicht zuletzt durch ihr Alter ausgesetzt sind.
Alexander Römer war es über einen sehr persönlichen Zugang zum Restaurator gelungen, ihn um eine (kostenfreie) Analyse des Gemäldes von Tina Blau zu bitten. Beim Sölring Forum erläuterte der Restaurator das Werk aus verschiedenen Blickwinkeln, um zu seinem abschließenden Urteil zu kommen: „Ein sehr gutes Bild, einer herausragenden Künstlerin, dass allerdings einige Beschädigungen erleiden musste und deshalb nicht zur vollen Entfaltung seiner malerischen Strahlkraft gelangt.
Beschädigungen, die sich heilen lassen. Für die Präsentation dieser Arbeit – in der schon sehr beachtenswerten Sammlung des Sylt Museums – wäre es ein großer Gewinn, wenn es zu seinem würdig gealterten Glanz käme“.
Auch wenn Alexander Römer hervorhob, dass die Sammlung des Sylt Museums schon beachtliche Exponate besitzt, nimmt das Gemälde von Tina Blau aus seiner Sicht „eine sehr besondere Stellung in dieser Sammlung ein – nicht zuletzt, da die Künstlerin Kunstgeschichte geschrieben hat und ihr Sylt-Bild sicher ein Highlight in unserer Ausstellung werden könnte, wenn wir es denn so makellos wie irgend möglich präsentieren können“.
Auf die Frage von Michael Stitz, welche Kosten für die Restaurierung aufgebracht werden müsste, zögerte Alexander Römer zunächst, „denn die exakte Summe steht noch nicht fest, aber nach der ersten Analyse von Shandor Hayde müssen wir ungefähr mit 10.000 Euro rechnen. Die wir aber als Sölring Museum nicht aus unseren Mitteln aufbringen können.“ Dann, so Michael Stitz, wäre das doch ein „sehr sinnvolles, nachhaltiges Spendenprojekt, um diese Summe einzuwerben!“ Alexander Römer stimmte dem ebenso zu wie Shandor Hayde, der abschließend meinte: „Das wäre doch auch ganz im Sinne des Mottos der Sölring Foriining: Werte erhalten“.
Wer spenden möchte kann das unter dem Stichwort: „Werte erhalten“ auf das Konto Sylter Bank: DE51 2179 1805 0000 0042

Gesprächsrunde Der Zauberkasten des Restaurators und das Gemälde von Tina Blau Alexander Römer, Michael Stitz, Schandor Hayde